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Vereins-Berichte 2011
Weihnachtsfeier 2011 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Markus Bergdolt   
Montag, 19. Dezember 2011 um 21:55

Nach einer Woche voller Regen und Wind konnten wir am Samstag Abend doch wie geplant unsere Weihnachtsfeier im Freien beginnen. Nach einem kurzen Fußmarsch erreichten wir drei Tannen, um welche wir mit Fackeln und Kerzen ausgerüstet einen Kreis bildeten. Nach zwei Weihnachtsliedern hörten wir die Geschichte „Die drei Bäume“, in welcher drei kleine heranwachsende Bäume hochtrabende Träume und Ziele für ihr Leben hatten: der erste wollte eine wunderschöne Schatzkiste werden, der zweite ein gewaltiges Schiff, welches im Dienste mächtiger Könige über weite Meere fährt und der dritte Baum wollte einfach der größte Baum der Erde werden. Er wollte, dass die Menschen an Gott den Schöpfer denken, wenn sie an ihm in den Himmel hochschauen. Am Ende der Geschichte bekam jeder Baum, was er sich wünschte, aber nicht auf die Weise, in der er es sich vorgestellt hatte. Die Wege des Herrn sind unergründlich. Nach unserer Rückkehr zum CVJM-Heim beschäftigten wir uns noch mit der Entstehungsgeschichte des Weihnachtsliedes „Die Nacht ist vorgedrungen“ und den Lebensumständen von Jochen Klepper, als er dieses Lied schrieb. Dies eröffnete uns einen völlig neuen Blickwinkel auf dieses Lied und seinen Tiefgang.

Zum Abschluss des besinnlichen Teils unserer Weihnachtsfeier dankte unser 1. Vorstand Steffen Körber noch allen Jugendmitarbeitern unseres CVJM’s und überreichte als Anerkennung für die geleistete Arbeit einen üppigen Gutschein für die örtliche Pizzeria.

Danach gingen wir in den gemütlichen Teil des Abends über. Bei zünftigem Vesper, Kaffee und Kuchen kam es in geselliger Runde noch zu vielen guten Gesprächen.

 

Die FackelträgerPlausch in gemütlicher Runde

 

 

 

Aktualisiert ( Montag, 02. April 2012 um 22:27 )
 
Müde, aber glücklich und zufrieden! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Markus Bergdolt   
Sonntag, 04. Dezember 2011 um 21:28

So könnte das kurze Fazit unseres Mitarbeiterwochenendes 2011 lauten.

Am Wochenende des 2. Advents tagten die Jugendmitarbeiter gemeinsam mit dem Vorstand des CVJM Rußheim in Bad Bergzabern, um den Ablauf und die Termine des CVJM-Jahres 2012 zu besprechen und zu planen. Dank der professionellen Vorarbeit von Matthias Weniger konnte diese Aufgabe schnell und effizient abgehandelt werden, sodass wir uns ausführlich mit unserem neuen „Leitbild für Teamleiter“ in unserer Jugendarbeit beschäftigen konnten. Zu diesem Thema fanden sehr gute Gespräche sowohl in Kleingruppen wie auch im ganzen Plenum statt. Erstaunlich war hierbei die Offenheit aller Teilnehmer, welche davon zeugt, dass zwischen Mitarbeitern und Vorstand ein gutes Klima, geprägt von wechselseitigem Vertrauen und Verständnis, herrscht. Hierfür war der gegenseitige Gedankenaustausch sehr wichtig und ein bereicherndes Element. Durch die volle Zustimmung aller Beteiligten zu Sinn und Zweck unseres neuen Leitbildes haben wir nun eine gemeinsame Basis, von welcher wir uns gemeinsam auf den weiteren Weg begeben wollen.Trotz aller Arbeit kam auch der Spaß und die Freizeit nicht zu kurz. Da der Tag aber halt doch nur 24 Stunden hat, kamen wir alle müde, aber glücklich und sehr zufrieden nach Hause. Viele von uns auch völlig neu motiviert. Zu erwähnen ist auch noch die gute Seele und Vermieterin unseres Hauses, Johanna. Wann immer uns spontan etwas fehlte, stand Johanna sofort helfend beiseite. Deshalb legten wir auch großen Wert darauf, sie auf unserem Abschlussbild gebührend vorne in der Mitte zu platzieren.

Beim PlauschMitarbeiterfreizeit 2
JahresplanungGruppenbild

Aktualisiert ( Montag, 02. April 2012 um 22:27 )
 
70. Geburtstag Dieter Blau PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Markus Bergdolt   
Montag, 17. Oktober 2011 um 19:59

Am Dienstag, den 18. Oktober 2011, feierte unser Ehrenmitglied und langjähriger Vorstand Dieter Blau seinen 70. Geburtstag. Anlässlich dieser Feier stattete eine kleine, aber feine Rußheimer Abordnung Dieter einen Besuch ab und überbrachte unsere Glückwünsche und Präsente.

Der CVJM Rußheim hat Dieter viel zu verdanken. Schon 1963 begann Dieter’s Karriere bei uns als Jungscharleiter unter dem damaligen 1. Vorsitzenden Heinz Schönbrunn.

Mit Dieter’s Energie und seinem mehr als 100%-igen Einsatz wuchsen die Jungscharen in Rußheim in ungeahnte Dimensionen. Da konnte es schon einmal vorkommen, dass beim Fußball spielen keine Mannschaften mehr eingeteilt wurden, weil bei 76(!) Mitspielern eh niemand mehr wusste, wer zu wem gehörte. Damals war dann auch der Zeitpunkt gekommen, die Jungschar in zwei Gruppen aufzuteilen, um wieder einen vernünftigen Ablauf der Jungscharstunden gewährleisten zu können. Unvergesslich sind die Sonntagnachmittage im Luthersaal beim Aufbau und Betrieb von Dieter’s gigantischer Modelleisenbahn oder Dieter’s Talent, spannende und fesselnde Geschichten zu erzählen. Viele von uns waren mit Dieter und seinem roten VW-Bus (der erste in Deutschland mit Autotelefon!) auf großer Fahrt und haben dabei die unglaublichsten Dinge erlebt, welche auch heute noch gerne bei verschiedenen Anlässen zum Besten gegeben werden.

1979 schwang sich Dieter als Nachfolger von Heinz Schönbrunn schließlich zum 1. Vorstand auf und lenkte bis 1994 die Geschicke des Vereins. Wer bei Dieter in die Jungschar oder die Jungenschaft gegangen ist, kann selbst mehr als 30 Jahre danach noch viele Dinge auswendig, welche er bei Dieter gelernt hat, seien es Lieder oder Bibelverse. Dafür danken wir ihm von Herzen und wünschen ihm auf seinem weiteren Lebensweg Gesundheit und Gottes Segen. Sein reicher Schatz an Erfahrungen macht ihn für uns zu einem wertvollen Ratgeber.

Der Vorstand des CVJM-Landesverbandes Baden wird Dieter noch in diesem Jahr für seinen unermüdlichen Einsatz mit einer hohen Auszeichnung ehren.

„Altwerden ist wie auf einen Berg steigen: je höher man kommt, desto mehr Kräfte sind verbraucht, aber umso weiter sieht man.“

Ein Zitat von Ingmar Bergman, wie gemacht für Dieter.


   
                                                                             Dieter im Kreise seiner Gäste

 
Dieter nimmt telefonische Glückwünsche des
"Bundespräsidenten" entgegen
Aktualisiert ( Montag, 02. April 2012 um 22:27 )
 
Gottesdienst im Grünen 2011 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Markus Bergdolt   
Mittwoch, 20. Juli 2011 um 16:47

Nachlese zum Gottesdienst im Grünen 2011

Vergangenen Sonntag fand auf dem CVJM-Platz der traditionelle Gottesdienst im Grünen statt. Um 10:30 Uhr konnte unser 3. Vorsitzender Jochen Denker bei strahlendem Sonnenschein ca. 150 Gäste begrüßen und das Wort an unseren Pfarrer Gerd Ziegler übergeben. Passend zum Wetter wurden zu Beginn die Lieder „All Morgen ist ganz frisch und neu“ und „Geh aus mein Herz und suche Freud“ gesungen. Mit dem Lied „Jesus nimmt die Sünder an“ wurde zum Predigttext übergeleitet. Das Motto des Gottesdienstes lautete „Verloren und gefunden“, wozu Jesus im 15. Kapitel des Lukas-Evangeliums drei anschauliche Geschichten erzählt: die Gleichnisse vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Münze und vom verlorenen Sohn. Alle drei Gleichnisse handeln davon, dass etwas verloren ging, was dem Besitzer sehr wichtig war! Wir alle kennen die Situation, dass uns etwas Wichtiges abhanden gekommen ist und wir dann angestrengt und unter großem Einsatz danach suchen. Wie groß ist dann die Freude und Erleichterung, wenn wir dieses kostbare Etwas wieder gefunden haben. So heißt es dann auch in Lukas 15,7:

„Genauso ist bei Gott im Himmel mehr Freude über einen Sünder, der ein neues Leben anfängt, als über neunundneunzig andere, die das gar nicht nötig haben“. 

Nun passt der Vergleich nicht ganz, da Gott nicht uns verliert, sondern wir Gott leicht aus den Augen verlieren, da für uns viele andere Dinge wichtiger sind als Gottes Wille. Dabei ist es dann auch ganz gleich, ob wir uns nur nicht für Gott interessieren, ob wir uns sogar bewusst gegen Ihn auflehnen oder ob wir Ihn vor lauter Arbeit vergessen. Wer keine Verbindung mehr zu Gott hat, der ist für Gott ein Vermisster und ein Sünder. Die gute Nachricht für uns ist jedoch, dass Gott uns sucht, jeden einzelnen von uns. Wir müssen aber schon unsere Antennen wieder auf Empfang schalten, nach Gott fragen und mit seinem Wort beschäftigen. Wer Gott ehrlich sucht, dem will er sich zeigen! Und Gott hat große Freude daran, sich finden zu lassen: „Genauso ist bei Gott im Himmel mehr Freude über einen Sünder, der ein neues Leben anfängt, als über neunundneunzig andere, die das gar nicht nötig haben“. Nach der Predigt betete Pfarrer Ziegler für unseren neu formierten Vorstand und ehrte Altvorstand Günter Raber für mehr als 16 Jahre Vorstandschaft beim CVJM Russheim. Der Spontanchor unter Leitung von Jutta Braun-Wingert und mit Mario Guigas an der Orgel rundete das Gesamtbild des Gottesdienst mit tollen Liedbeiträgen positiv ab. Auch in diesem Jahr war für das leibliche Wohl bestens gesorgt, sodass niemand verhungern musste. Man konnte zwischen Krustenbraten, Steaks, Würstchen, Spätzlen, Pommes Frites, Brötchen und verschiedenen Salaten wählen. Wer dann immer noch nicht satt war, hatte eine Auswahl von 30 verschiedenen Kuchen zu bewältigen. Während die ältere Generation im Schatten Platz suchte, tobten die Kinder mit viel Spaß über den CVJM-Platz, am liebsten über die Wasserrutsche. Leider machte uns am späteren Nachmittag das Wetter einen Strich durch die Rechnung und es begann immer wieder zu regnen, sodass schlussendlich der für 20:00 Uhr geplante Ballonstart mit dem größten Heißluftballon Deutschlands buchstäblich ins Wasser fiel. Dennoch behalten wir diesen Tag in positiver Erinnerung und danken allen, die uns durch Kuchenspenden, sonstige Spenden und ihren Arbeitseinsatz unterstützt haben. Besonderes Lob verdienen die Helfer, die extra Urlaub genommen haben, um die Vielzahl der anfallenden Arbeiten erledigen zu können. Herzlichen Dank dafür.

Danke auch an Matthias Weniger, der meine Artikel auf dieser Homepage immer wieder ins rechte Format rückt.

Zum Abschluss noch einige visuelle Eindrücke:

 

Godi im Grünen 2011 
Godi im Grünen 2011Godi im Grünen 2011
Godi im Grünen 2011Godi im Grünen 2011
Godi im Grünen 2011Godi im Grünen 2011
Godi im Grünen 2011Godi im Grünen 2011
Godi im Grünen 2011Godi im Grünen 2011

Aktualisiert ( Montag, 02. April 2012 um 22:27 )
 
Besuch beim Grabener Plätzle-Fest PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Markus Bergdolt   
Mittwoch, 29. Juni 2011 um 19:32

Am vergangenen Sonntag war eine kleine Abordnung des Rußheimer CVJM zu Gast beim Plätzle-Fest des CVJM Graben-Neudorf. 

Dort hielt Pfarrer Bruno Nagel die folgende Predigt, welche zum Nachlesen empfohlen wird. 

Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Herrn Pfr. Nagel.

Predigtreihe „Verlorener Sohn“

Teil 1: Fest der Versöhnung

Lesung: Lk. 15,11-24

Ein Rätsel: Im Grunde sehnt sich jeder danach. Nur wenigen gelingt es. Gott hat schon längst damit begonnen.

Antwort: Versöhnung. Im Grunde sehnt sich jeder danach. Nur wenigen gelingt es. Gott hat schon längst damit begonnen. Wir hören auf ein Stück Weltliteratur:

Jesus erzählte: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere sagte zu seinem Vater: Gib mir den Teil der Erbschaft, der mir zusteht! Da teilte der Vater seinen Besitz unter die beiden auf. Nach ein paar Tagen machte der jüngere Sohn seinen ganzen Anteil zu Geld und zog in die Fremde. Dort lebte er in Saus und Braus und verjubelte alles. Als er nichts mehr hatte, brach in jenem Land eine große Hungersnot aus; da ging es ihm schlecht: Er fand schließlich Arbeit bei einem Bürger jenes Landes, der schickte ihn zum Schweinehüten aufs Feld. Er war so hungrig, dass er auch mit dem Schweinefutter zufrieden gewesen wäre; aber selbst das verwehrte man ihm. Endlich ging er in sich und sagte sich: Die Arbeiter meines Vaters bekommen mehr, als sie essen können, und ich werde hier noch vor Hunger umkommen. Ich will zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich bin vor Gott und vor dir schuldig geworden; ich verdiene es nicht mehr, dein Sohn zu sein. Lass mich als einfachen Arbeiter bei dir bleiben! So machte er sich auf den Weg zu seinem Vater. Der sah ihn schon von weitem kommen, und voller Mitleid lief er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Vater, sagte der Sohn, ich bin vor Gott und vor dir schuldig geworden, ich verdiene es nicht mehr, dein Sohn zu sein! Aber der Vater rief seine Diener: Schnell, holt das beste Kleid für ihn, steckt ihm einen Ring an den Finger und bringt ihm Schuhe. Holt das Mastkalb und schlachtet es. Wir wollen ein Fest feiern und uns freuen! Mein Sohn hier war tot, jetzt lebt er wieder. Er war verloren, jetzt ist er wiedergefunden. Und sie begangen zu feiern.

Der große amerikanische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway (1898-1961) erzählte einmal folgende Geschichte: Ein spanischer Vater will sich mit seinem Sohn aussöhnen. Der Sohn war vor längerer Zeit nach Madrid geflohen. Voller Trauer setzt der Vater eine Anzeige in die Zeitschrift El Liberal: "Paco, triff mich beim Hotel Montana um Zwölf am Dienstag. Alles ist vergeben." Paco ist ein recht häufiger Name in Spanien. Als der Vater den Marktplatz zum Hotel überqueren will, findet er 800 junge Männer Namens Paco, die alle auf ihren Vater warten. Liebe Freunde, nicht nur unter uns Menschen gibt es eine große Sehnsucht nach Versöhnung. Auch der lebendige Gott ist total davon infiziert. Leidenschaftlich hält er Ausschau nach seinen davon gelaufenen Menschenkindern. Das Ziel all seines Suchens und Wartens ist das Fest der Versöhnung. Unser himmlischer Vater weiß: Unsere Herzen können erst zum Frieden finden, wenn wir in seinen Armen Vergebung geschmeckt haben.

Irgendwo in diesem Gleichnis vom verlorenen Sohn kommst auch du vor. Es ist völlig klar, dass der Vater im Gleichnis ein Bild für Gott ist. Und es ist ebenso deutlich, dass die beiden Söhne zwei Möglichkeiten sind, wie Menschen zu Gott stehen. Warum hat dieser junge Mann sein Elternhaus verlassen? Warum hat er – und nun übertrage ich das – sich von Gott gelöst? Häuslicher Geldmangel konnte nicht das Problem gewesen sein. Der Vater war auch kein autoritärer Spießer. Im Gegenteil: er verhielt sich extrem liberal. Von ihm ging auch keine Gefühlskälte aus. Er war überhaus herzlich. Warum alles in der Welt wollte dieser junge Mann mit seinem Vater nichts mehr zu tun haben? Warum dieser brutale und so verletzende Bruch mit seinem Vater? - Warum kehrt ein Mensch Gott den Rücken zu? Beim Nachdenken über diese Frage bleibt mir nur eine Antwort: Der Sohn musste gegenüber seinem Vater ein tiefes Misstrauen empfunden haben. Genau genommen ein unbegründetes Misstrauen. Er hatte ja alles, was er brauchte. Aber irgendwie hatte dieser junge Mann Angst, dass er zuhause das Leben verpassen könnte. Irgendwie glaubte er: der Vater enthält mir das Entscheidende vor. Dieser junge Mann war von einem unerklärlichen Misstrauen getrieben. Darum suchte er die Distanz zum Vater. Liebe Freunde, Misstrauen ist das, was uns am stärksten von Gott wegzieht. Wer nicht glauben kann, dass es mein himmlischer Vater mit mir gut meint, dass es mir nirgends besser gehen kann als in seiner Nähe, der ist in einer verhängnisvollen Spur, die wegführt von Gott.

Misstrauen ist die 1. Station, die wegführt von Gott. Daraus ergibt sich nun schnell die 2. Station „Rebellion“. Der Sohn wird frech. Er sagt: Alter, raus mit dem Geld. Ich brauche jetzt mein Erbe. Wie musste dies den Vater verletzt haben, der kerngesund neben ihm stand. Mit dem Geld seines Vaters zieht der junge Mann in die Fremde. Es wird nicht gearbeitet, das Geld wird verschwendet. Man macht die Nacht zum Tag. Man hurt, man säuft, man prasst. Ich möchte diese 3. Station „Unmoral“ nennen.Die 4. Station ergibt sich als Folge der ersten drei: Unser junger Mann landet bei den Schweinen. Er sitzt im Ausland, ohne Geld, ohne Freunde, ohne Einkommen, ohne Ehre, ja ohne das Notwendigste zum Leben. Er weiß überhaupt nicht mehr weiter. Die 4. Station des Weges weg von Gott ist das Scheitern. Liebe Freunde, in dieser Viererreihe Misstrauen, Rebellion, Unmoral, Scheitern spiegelt sich die Geschichte von Menschen seit Jahrtausenden wieder. So mancher wacht erst dann auf, wenn er auf Station vier angelangt ist. Scheitern meint: etwas, vieles oder alles in meinem Leben ist in die Brüche gegangen. Indizien für diese 4. Station könnte zum Beispiel sein: in der Ehe hat man sich nichts mehr zu sagen. Eltern und Kinder schreien sich nur noch an. Man kann nachts nicht mehr schlafen. Wir brauchen Pillen, die uns beruhigen und Pillen, die unser Lebensgefühl in Schwung bringen. Ohne Alkohol gehe es nicht. Arbeitskollegen liegen mir so quer, dass ich es mit ihnen nicht mehr aushalte. Im Herzen hat sich Bitterkeit und Groll eingenistet. Ständig muss ich meine Seele mit Bildern und Lärm betäuben. Liebe Freunde, die meisten Menschen kommen nicht auf die Idee, dass ihre Lebensprobleme etwas mit ihrer gestörten Beziehung zu Gott zu tun haben könnten.

Vom Scheitern her kommt unser junger Mann zur 1. Station seines Rückweges und die heißt Besinnung. Endlich ging er in sich. Endlich dachte er einmal gründlich nach. Seine vermeintliche Freiheit ohne den Vater hat ihm nichts als Ketten gebracht.Doch dann keimt in ihm eine Sehnsucht nach zuhause. Er erinnerte sich an die starken Arme seines Vaters. Sie hatten ihn als Junge aufgefangen, als er von der Hofmauer sprang. Wie oft hatten sie ihn beschützt. In diesen Armen war so viel Geborgenheit. Bis ... ja, bis er sich selber daraus losgerissen hatte. Und plötzlich stand sein Entschluss fest: Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen. Ich will nach Hause. Liebe Freunde, das In-sich-Gehen, das Zu-sich-selber-Kommen, ist die 1. Station auf dem Rückweg. Daran schließt sich die 2. an: Er begibt sich auf den Heimweg. Er lässt sein altes Leben bei den Schweinen zurück. Er nähert sich Meter um Meter seinem Vaterhaus. Keine Frage: das braucht ganz viel Mut, ganz viel Demut und ganz viel Entschlossenheit. Der Sohn kommt also nun Zuhause an. Und das erste, was er tut - das ist die 3. Station bei der Heimkehr - er bittet um Vergebung. Liebe Freunde, es gibt keine Heimkehr zu Gott, wenn nicht das Schuldbekenntnis über unsere Lippen kommt: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Es waren nicht nur meine Eltern, die mich vernachlässigten. Nicht nur die Kumpels, die mich zum Alkohol brachten. Nicht nur die attraktive Arbeitskollegin, die es auf mich abgesehen hatte. Nicht nur der Lockruf des Geldes. Nicht nur die schlechten Romane und Filme, die mich versaut haben. Nicht nur die Faszination des Internets. Nein! Ich bin selber verantwortlich für mein Leben. Wie sagt der junge Mann: Ich, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht wert, dass ich dein Sohn heiße. Menschen, die nichts von eigener Schuld wissen, gelangen niemals zur 4. Station: das Fest der Versöhnung. Der ganze Himmel ist aus dem Häuschen, wenn ein verlorener Sohn oder eine verlorene Tochter heimkommt zum Vater. Was glaubt ihr, wie da die Engel tanzen. Der Vater im Gleichnis gibt eine Riesenfete. Denn sein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden. Er war verloren und ist wieder ge-funden worden.

Liebe Freunde, unser himmlischer Vater, der jeden Tag Ausschau hält nach seinen verlorenen Söhnen und Töchtern, ihnen sogar dann entgegen rennt und sie in seine Arme schließt – unser himmlischer Vater hat keine Probleme mit der Vergebung. Seine Arme sind offen auch für den schlimmsten Sünder. Versöhnung – Gottes tiefste Sehnsucht. Und das gilt nun auch für unser Miteinander zuhause in der Familie, an der Arbeit, in der Nachbarschaft, in unserer Kirchengemeinde. Menschen, die versöhnt worden sind mit Gott, die suchen nun auch die Versöhnung zwischen den Menschen. Wer das nicht zusammen bringt, der ist bei Gott noch nicht nach Hause gekommen. Liebe Freunde, ich habe stark den Eindruck: in unserer Gemeinde sind noch zu viele alte Rechnungen offen. Zu viele Zeigefinger sind noch ausgestreckt. Zu viel Stolz verhindert, dass Schuld eingestanden wird. Zu viel Bitterkeit im Herzen wird verdrängt. Zu vieles müsste noch geklärt werden. Zu vieles ist auf der langen Bank vergessen worden. Noch ganz viel Versöhnung würde so gerne zwischen uns sich ausbreiten. Wenn auch nur einer von uns, sich aufgrund dieser Predigt auf den Heimweg zu seinem himmlischen Vater machen würde, wenn auch nur einer von uns, an einer ganz konkreten Stelle zum Brückenbauer werden würde, dann wäre diese Predigt heute morgen nicht für die Katz gewesen.

Ich lande: Am Tag seiner Amtseinführung zum ersten Präsidenten eines Südafrika ohne Rassentrennung sprach Nelson Mandela im Stadion von Soweto vor mehr als 100.000 Menschen. Am Ende stimmte eine Band die neue zweiteilige Nationalhymne an: „Nkosi Sikelele“, das Lied des Befreiungskampfes der Schwarzen, und „Die Stem“, die alte Hymne des weißen Südafrika. Bei „Nkosi Sikelele“ fiel die mehrheitlich schwarze Menge mit kräftigem Gesang ein. Dann begann Mandela mit „Die Stem“. Kaum jemand sang mit. Da unterbrach Mandela die Kapelle, wandte sich an die Menge und sagte: „Weiße Afrikaner werden unsere Sprachen und unser Lied lernen müssen.“ Allgemeiner Jubel. Doch Mandela fuhr fort: „Aber schwarze Afrikaner, meine Freunde, werden ebenfalls die Sprachen lieben lernen und das Lied singen müssen, das einst den Weißen allein gehörte. Heute haben wir die Aufgabe in Angriff genommen, all das zu überwinden, was uns getrennt hat. Dazu müsst auch ihr, Freunde, euren Beitrag leisten.“ Nochmals begann er, „Die Stem“ zu singen. Und langsam – nicht vertraut mit dem Text, aber mit der Melodie – stimmte die Menge ein.“

Im Grunde sehnt sich jeder danach. Wenigen gelingt es. Gott hat schon längst damit begonnen.Und jetzt bist du an der Reihe! Amen.

Aktualisiert ( Montag, 02. April 2012 um 22:26 )
 
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